Krieger -und Veteranenverein Ettal-Graswang

Kontakt

1. Vorstand

Jens Gröbl

Tel: 08822/2297005

Der Ettaler Veteranen- und Kriegerverein wurde am 22. September 1878 im Klostergasthof gegründet. Dem Verein traten sogleich 57 Mitglieder bei, diese kamen aus dem gesamten Gemeindegebiet und aus Oberau. Als erster Vorstand wurde Georg Daisenberger (Weitl) aus Graswang gewählt. Als Aufgaben des Vereins wurde damals festgelegt:

- finanzielle Unterstützung für Minderbemittelte bei der Einberufung zum Militärdienst

- für verwundete, kranke oder sonst hilfsbedürftige Vereinsmitglieder Sorge zu tragen

- den Geist brüderlicher Kameradschaft zu wahren und zu fördern

- die Mittel zu einem jährlichen Trauergottesdienst für die gefallenen und verstorbenen Soldaten aus der Gemeinde bereitzustellen

An jedem ersten Samstag im Monat fand eine gesellige Unterhaltung der Mitglieder im Vereinslokal statt. Den ersten Veteranenjahrtag beging man dann am Montag den 25. November 1878, nach dem gemeinsamen Marsch zur Kirche wurde dort um 9 Uhr der Jahrtagsgottesdienst abgehalten. Anschließend ging es in den Klostergasthof, wozu auch die Frauen der Vereinsmitglieder herzlich eingeladen wurden. Für das Mittagsmahl waren 2 Mark Mahlgeld zu leisten, 53 Personen nahmen daran teil.

Neben dem jährlichen Veteranenjahrtag wurden auch außerordentliche Feste gefeiert, wie 1880 das 700jährige Jubiläum des Hauses Wittelsbach mit Namens- und Geburtstag von König Ludwig II.. Am 16. Mai 1892 konnte die Veteranenfahne geweiht werden, zu diesem Fest kamen die Veteranenvereine aus der Nachbarschaft, aber auch einige bis aus Weilheim und natürlich der Patenverein aus Oberammergau.

Das bisher recht ungetrübte Vereinsleben wurde mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs am 1. August 1914 jäh abgebrochen, wenn auch in Ettal am Anfang große Kriegsbegeisterung zu spüren war. Der pensionierte Schullehrer J. Richard Bührlen legte die erste Zeit ein Kriegstagebuch an mit Landkarten und Berichten über deutsche Geländegewinne. Die einrückenden Soldaten wurden von der Musikkapelle aus dem Dorf begleitet und mit gestelltem Fuhrwerk von der Klostergutsverwaltung nach Oberau zum Bahnhof gefahren.

Doch schon bald musste Lehrer Bührlen in sein Kriegstagebuch die ersten Mitteilungen über gefallene Soldaten aus Ettal einkleben, bis zum Ende 1918 kostete der 1. Weltkrieg 40 Gemeindebürgern das Leben, teils sind sie gefallen, aber viele auch an den Kriegsfolgen im Lazarett verstorben. 1923 wurde als Erinnerungsstätte für sie das Ettaler Kriegerdenkmal errichtet, als Künstler konnte der in Ettal aufgewachsene Prof. Georg Schreyögg gewonnen werden.

Im 2. Weltkrieg wurde für jeden Gefallenen ein Gedenkgottesdienst abgehalten, wozu in der Kirche ein Kriegergrab aufgebaut wurde, auch am Kriegerdenkmal fand eine weltliche Feier statt. Bis zum Ende 1945 kostete der 2. Weltkrieg 65 Gemeindebürgern das Leben. Der Veteranenverein konnte erst 1951 wiedergegründet werden.

Der Veteranenjahrtag mit dem Trauergottesdienst für die verstorben und vermissten Soldaten wurde damals am Kirchweihmontag abgehalten. 1970 wurde der Veteranenjahrtag auf den Volkstrauertag verlegt, dies ist auch heute noch der gesellschaftliche Höhepunkt des Krieger- und Veteranenvereins.

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