• Slider Image
  • Slider Image

Geschichte

Bis zur Klostergründung 1330 war das Gebiet der Gemeinde Ettal mit dem Graswangtal und Linderhof erst im Besitz der Welfen, dann der Hohenstaufen.
Nach dem Tode von Elisabeth, einer Schwester Ludwigs des Strengen, fielen die Güter im Ammertal an die Wittelsbacher.

Zu dieser Zeit war schon eine dünne Besiedlung, besonders im Graswangtal vorhanden.

Am Vitalistag, dem 28. April 1330, stiftete Kaiser Ludwig IV. der Bayer das Kloster.
Mit der frommen Gelöbnisstiftung waren praktische Zwecke verbunden, wie die Sicherung der Verkehrswege, die Erschließung der Gegend und die Errichtung einer Stiftung für Ritter und ihre Frauen.

Im Zeitraum von 1330 bis 1370 wurde die Kirche auf zwölfeckigem Grundriss in den Formen der Hochgotik gebaut.

Mittelpunkt und gleichsam Grundstein bildete von Anfang an das Gnadenbild, die sog. Ettaler Madonna, die der Kaiser aus Italien mitgebracht hatte und zu der sich seit dem 15. Jahrhundert eine, besonders in der Barockzeit, blühende Wallfahrt entwickelte.

Im 18. Jahrhundert wurde nach Zerstörung von Kirche und Kloster durch einen Großbrand (1744) die vorher eher bescheidene Klosteranlage zu Umfang und Form umgestaltet, wie wir sie weitgehend heute noch vor uns sehen. Baumeister waren der Münchner Hofarchitekt Enrico Zucalli und der Wessobrunner Josef Schmutzer; bedeutende Künstler dieser Zeit gestalteten die Innenausstattung (Martin Knoller, Johann Jakob Zeiller und Johann Baptist Straub). Die 1710 gegründete Ritterakademie war eine der bedeutendsten höheren Schulen dieser Zeit.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben und seine Besitzungen gingen an den Staat.

Die politische Gemeinde Ettal, etwa 1817 errichtet, setzte sich aus den vor 1803 dem Kloster abgaben- und zinspflichtigen Bauern in Graswang und Linderhof und den ehemaligen Klosterbediensteten in Ettal zusammen. Pfarrei und Volksschule wurden im Pfarrtrakt rechts der Kirche untergebracht. In einem bescheidenen Gemeinwesen entwickelte sich eine Musikkapelle mit Sängern (Sternsingen), Feuerwehren in Graswang und Ettal, der Veteranenverein nach dem Krieg 1870 – 1871 und am Jarhundertende der Volkstrachtenverein.

Der Linderhof, im Besitz der Wittelsbacher, inspirierte König Ludwig II. zum Bau eines Schlosses mit großen Parkanlagen.

Nach mehrfachem Besitzwechsel erwarb 1900 Kloster Scheyern die ehemaligen Klostergebäude, nach fast 100 Jahren zogen die Benediktiner wieder ein. Die umfangreichste Aufgabe der neuen Abtei wurde ein Gymnasium mit Internat.

Zwei Weltkriege 1914 – 1918 und 1939 – 1945 mit sehr hohen Verlusten, sowie die unruhige Zeit dazwischen und fehlende Arbeitsplätze ließen die Einwohnerzahl nur langsam steigen. Eine Ausnahme bildete der Zustrom von Heimatvertriebenen nach 1945. Die Gesundung der Gesamtwirtschaft nach 1948 und der steigende Fremdenverkehr (Besucher jährlich: Linderhof 900.000, Ettal ca. 1,5 Mio.) brachten auch für die Gemeinde eine sehr positive Entwicklung.

 

Gleichzeitig allerdings wurde die selbständige gesunde Gemeinde durch viele Reformen des Staates sehr hart getroffen:

1960:
Landpolizei wird abgezogen

1970:
Volksschule Ettal und Graswang werden aufgelöst und nach Oberammergau verlagert

1978:
Verwaltungsgemeinschaft Oberammergau wird gebildet; Standesamt nach Oberammergau

1980:
Oberammergau wird aus der Verwaltungsgemeinschaft entlassen; Unterammergau wird Sitz mit Standesamt.

 

 

 

Bedeutung des Gemeindewappens:

Der Doppeladler bezieht sich auf den Gründer des Klosters, Kaiser Ludwig dem Bayern, dessen Wappentier der Adler war.
„etal“ ist der ursprüngliche Name des Klosterwappens und bedeutet „Tal des Gelöbnisses oder Versprechens“.
Kaiser Ludwig der Bayer gab das Versprechen ab, hier an dieser Stelle ein Kloster zu errichten.

 

Kloster Ettal: Blick durchs Eingangstor über den Klosterhof zur Basilika